Mittwoch, 3. Juni 2026

Künstlich Aufregen

Sodele, worüber können wir uns heute mal 'n büschen aufregen? Über den Regen auf alle Fälle nicht, den heiße ich willkommen, auch wenn das bedeutet, dass ich mitleidige Socke mal wieder meinen geistig umnachteten Sohn bei uns pennen lasse. Er war übrigens derjenige, der in Kalifornien dieses Foto mit der Poop-Polizei aufnahm. Kann man in L.A. wirklich eine Telefonnummer wählen, wenn man einen Hundehaufen auf dem Fußweg erblickt, oder erst wenn man Herrchen oder Frauchen hinter der Gardine beobachtet, wie sie gerade NICHT die pyramidengroßen Ausscheidungen ihrer best friends aufheben (in Amerika tatsächlich ein großes Vergehen)?   Naja die 911 wählt man normalerweise nur in medizinischen Notfällen, oder wenn ein Axtmörder an die Tür klopft, insofern schon ungewohnt, diese Zahlen auch in Kotsituationen zu nutzen. Wenn es bei uns so etwas gäbe, würde man sich in der Tat die Finger wund wählen. In unserem Straßenabschnitt wohnt zB. ein junger Epileptiker mit einem recht großen (freundlichem, sehr Herrchen bezogenen) Hund - ich musste schon mal die 112 wählen, als ihn ein Anfall heimsuchte : Ilse Kling...eh betty sieht ja vom Balkon so manches... Anyway, also dieser nette Köter kackt die größten Haufen, die man sich vorstellen kann und zwar ungehindert vom Herrchen immer auf unseren holprigen Gehwegen. Kratzt Epilepti Null. Nochmal ruf ich nicht den Notarzt, eher die Kotpolizei, ick schwör's dir.  Und apropos Pup, gestern schau ich gerade aus dem Schlafzimmerfenster, als ich sehe, wie mein libanesischer Nachbar seinem nackigen (behinderten) Enkel den Mors abwischt und dann mit vollem Schwung das verkackte Wischtuch zu uns in den Hintergarten feuert, so wie er es gerne mit anderem Müll auch tut. Eigentlich hätte ich sofort das Fenster zum Verfluchen aufreißen müssen, aber was hielt mich zurück? No idea. Unser Hausmüllcontainer quillt übrigens gerade über, wann kommen endlich die orangenen Heinis? Ach, war das in Belgrad schön, wo  Hundehalter die Haufen aufsammeln und alle ihren Müll in die offenen Container werfen. Hier diskutiert man stattdessen auf instagram, was man gegen die Vermüllung der Hauptstadt tun kann. Weniger Libanesen????  12:10 Uhr over +out.


 

Samstag, 30. Mai 2026

Wucherfussball

 

So,  in 2 Wochen beginnt die Fußball WM, auch genannt World Cup, worauf ich mich eigentlich freuen würde wie Bolle, aber Katar war ja schon kacke-kontrovers und zeitverschiebungsmässig öde, aber nun wird Amiland ja leider nicht nur 6-9 Stunden nach uns wach, sondern ist auch noch zur Diktatur geworden und zwar einer hyperkapitalistischen, was für soccer fans around the world natürlich absolut zum Kotzen ist. Mega ZK, denn die Preise, man hört es täglich in den Nachrichten, sind ja für USA Besucher gar nicht machbar. Für die Einheimischen genauso wenig, denn die leiden eh schon unter exorbitanten Lebensmittelpreisen und seid Trumpfs total unnötiger Iranattacke nun auch unter doppelteueren Spritpreisen. Die, die sich über ein erhaltenes Visum freuen , werden sich dann wundern, was entweder ein Mietwagen drüben kostet, oder dass es in den USA kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt, und die Busse und Metros die fahren dann mit Fantasiepreisen bezahlt werden müssen. Oh Göttin, von Hotelkosten noch ganz zu schweigen. Nee, Grusel pur. Sohn Nr.1 lebt ja in bzw. bei Philadelphia und das nächstgelegene Stadion ist in New Jersey. Das nennt sich nach einer Versicherung (MetLife) und ist in East Rutherford genau gegenüber Manhattan. Für ihn 90 Minuten Autofahrt, aber die Parkgebühren dann, frag nicht nach Sonnenschein. Für Manhattenites sind es 30 Minuten Busfahrt. Am 25.Juni spielt dort Ecuador gegen Germany. Ob er dafür Tickets bekommen hat, vielleicht in einer online Lottery: who knows? Hab jedenfalls nichts gehört.  Etwas besser wird es sicher für die Fans in Mexico und Canada. Aber alles Spekulation. Das teuerste Ticket fürs Endspiel wird jedenfalls gerade für 11 Millionen  Dollar versucht unter die Leute zu bringen. In Schland werden wir wohl um 1 Uhr morgens Spiele schauen, oder besser am nächsten Tag uns die Zusammenfassungen reinziehen. Wie gesagt, Vorfreude sieht anders aus. 12:02 Uhr. Over+out

Montag, 25. Mai 2026

Noch 130 Tage...

 

...  bis zum nächsten Feiertag !  But, oh wait... der 3.Oktober fällt auf einen Samstag. Sorry, Arbeitnehmer. Dass erinnert mich an einen Streit, als ich mit Sohn Nr.1, der in den USA lebt, in einem berühmten Diner saß (wo schon mal ein Film gedreht wurde) und wir uns über die Feiertage unterhielten. Er arbeitet für einen deutsche Firma in den USA und schimpfte über die vielen deutschen Feiertage. Daraufhin konterte ich damit, dass bei uns aber die Feiertage gerne mal aufs Wochenende fallen, also Pustekuchen mit Füße hoch. Denn in Amiland finden, egal welches Datum, fast alle Feiertage montags statt, oder Freitag. Und es sind dort auch 10, wie bei uns, nur dass zB dieses Jahr bei uns leider genau 4 davon auf ein weekend fallen. Er war aber nicht überzeugt, redete von den Katholiken und war irgendwie stinksauer auf mich, weil ich nicht klein bei geben wollte. Naja, water under the bridge. ... So, Pfingstmontag war super. UPDATE: das hart ausgesuchte Restaurant (Croccodillo) war echt tierisch. Designmäßig der Hammer, und nachdem wir uns über den Schock der relativ kleinen Speisekarte erholt hatten, war dann das Essen sehr lecker, die Drinks wunderbar, na und die Nachspeisen ein Traum. Obwohl ich selbst Tiramisu verspeiste, musste ich das Limonen-Basilikum Sorbet meiner Enkelin probieren. OMG war das guuuut. Dann ging es durch den Park zum Spielplatz, weil Göttergatte Tischtennisschläger mitgebracht hatte. Und siehe da, es gab 2 Platten. Als wir dran kamen, war es aber um 15 Uhr so gruselig heiß, dass sich Dickmadam nicht von der Mauer im Schatten wegrührte, und die Kids plus GG spielen liess. Danach natürlich noch mal Eis, für das wir allerdings fast eine halbe Stunde in der Prenzlberg Schlange stehen mussten. All in all ein wunderbarer Tag.  Heute ist der Spaß vorbei: zurück auf den Zahnarztstuhl.  7:51 Uhr. Over+out.

Sonntag, 24. Mai 2026

Oldies

 

Im gestrigen Tagesspiegel stand ein Artikel mit dem Titel "Dieses völlig verfrühte Jammern übers Altwerden", mit der Unterzeile 'Mit 50 ist vieles noch möglich. Erst mit 60 ist man heute wirklich alt'. Hä? Tickt die Schreiberin nicht ganz recht? Wirklich alt mit 60? Musste natürlich sofort einen Leserbrief abfeuern:

"Als 63-Jährige war ich doch einigermaßen geschockt und pikiert in der Unterzeile von Ariane Bemmers Artikel zu lesen, dass man heute "erst mit 60 wirklich alt ist". Wirklich alt? Was ist das denn? Hat Frau Bremmer noch nichts vom '60 ist das neue 50' gehört? Ja, klar hat man ab 60 evtl. schon allerlei Wehwehchen. Aber wirklich alt? Schliesslich soll man bis 67 im Berufsleben stehen und viele tun das auch. Aber nach Frau Bremmers Logik, wenn wir mit 60 WIRKLICH ALT sind, wäre es doch total ok, wenn wir mit 50 die Krise kriegen, da uns ja nur noch 10 Jahre vom wirklichen  Altsein trennen."

Das musste doch mal gesagt werden. Selbst bei 70-Jährigen, wie ich in meinem Freundeskreis immer wieder erleben darf, kann von "wirklich alt" eher nicht die Rede sein. Das sind doch bittschön die 80-Jähirgen, oder? :-)  Und apropos 50.Geburtstag, den hab ich stolz gefeiert, aber beim 60. war das schon ne andere Nummer, zugegeben. Klar fängt "Altsein" da irgendwo an, aber mich hat dieses "wirklich alt" gestört. Denn was sind denn dann die 80 und 90-Jährigen, wirklich STEINALT?  Anyway, frohe Pfingsten. Fangt den Heiligen Geist bei gutem Wetter ein. 13:05 Uhr. Over+out.

Samstag, 23. Mai 2026

Beam me up, Scotty

 

So, es ist mal wieder so weit: Ich glaub ich dreh durch. Dieses verluderte Internetdasein, das wir hier jetzt fristen.  ManOhMeter, da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Gerade haben wir 90 Minuten damit zugebracht ein Geschenkcoupon ONLINE für ein Restaurantbesuch einzulösen bzw. für Pfingstmontag etwas zu buchen. Göttergatte hatte von der Firma zum 7-jährigen Jubiläum einen 80 Euro-Coupon bekommen (einfallsreich ;-)  und weil wir so grausam knauserig sein können, wollten wir genau diese Kohle jetzt für GGs Geburtstagsessen einsetzen.  Ja Ja we are cheapos. Anyway, also erstmal diese Couponfirma nach Restaurants in Berlin durchforstet. Das allein war schon eine Mordsqual, weil nur ganz bestimmte Lokalitäten in Frage kamen, von denen wir natürlich keine kannten , und die in ganz Berlin verstreut waren. Da googlet man sich einen Wolf. Es sollte italienisch sein, und endlich war etwas Nettes von der Liste gefunden, das uns gefiel. Nun läuft aber eine Reservierung und das Einlösen des Coupons separat voneinander ab. JAUL!  Und weil montags normalerweise die Gastronomie geschlossen hat, mussten wir nun auch noch sicher gehen, dass Pfingstmontag wirklich der Betrieb läuft. Auch Reservierungen kann man heute fast nur noch online tätigen. Wir klickten auf 14 Uhr, die erwachsenen Kids schaffen es ja oft nicht früher. Gesagt getan, Coupon eingelöst. Dann sah GG plötzlich, dass das Restaurant montags um 14:30 schliesst, und wir bekamen Panik. Wieder 5 Minuten online die verflixte Telefonnummer gesucht, die auf eigener Webseite nicht gelistet war. Endlich angerufen, "Ja, wir schliessen montags um halb 3". Kreisch, "ABER wir haben gerade eine 14 Uhr Reservierung gemacht". Antwort "Ich schau mal nach, wie war der Name.... Nein, hier ist nichts, dann hat das Programm die 14 Uhr wohl nicht angenommen". Hä, wir hatten aber schon die Bestätigung dafür. Mittlerweile hatte ich den Kids schon gesimst, dass wir uns um 14 Uhr da-und-da treffen. Alles wieder zurück marsch marsch. Neu gebucht auf 12:30 Uhr. Kann man dem Braten nun noch trauen? Oh nee ey. Dass man dabei fast bereit ist, den Ehemann zum Teufel zu schicken oder vom Balkon zu springen erklärt sich als Boomer von selbst. Wehe wenn Montag das Essen nicht schmeckt. 19:21 Uhr, over+out

Freitag, 22. Mai 2026

Die weiße Stadt

 

Sodele  Betty ist zurück in Schlands Hauptstadt. Oh man, da steigt man aus dem Flieger (WizzAir), trabt zum Flughafengebäude in ein enges Treppenhaus, in dem der Fahrstuhl nicht funktioniert, und schleppt 2 Treppen hoch schweres Handgepäck. Frauen mit Kindern und Kinderwagen, alte Leute gucken doof aus der Wäsche. Nee, der Berliner Flughafen boah ey. Hier nun noch einmal zurück in den Balkan, falls die Leserschaft jemals Serbien einen Besuch abstatten will, wobei wir ja das schöne Land garnicht gesehen haben:

In Belgrad hat uns 1.)  natürlich begeistert, dass die Öffis umsonst sind  2.) dass in jeder Straße offene Müllcontainer stehen, die zwar nicht hübsch sind, aber wo jeder seinen Hausmüll reindonnern kann, die dann jede Nacht geleert werden. Das muss man sich mal vorstellen (das Gleiche übrigens in Neapel). Aber Belgrad war dadurch recht sauber, auch wenn in dem Park, wo wir jeden Abend saßen und die vielen Schoßhunde rumtollen sahen, allerlei neben den Müllkästen liegt. Pluspunkt: die Belgrader heben den Schiet ihrer unzähligen Hunde auf, was man von den Neapolitanern nicht behaupten konnte... 3.) Die vielen Bänke überall: genial. Das hatten wir ja schon an Wien geliebt, aber in Belgrad war es wirklich spitze. In dem kleinen Park bei uns allein 40 Bänke! Jung und alt erfreuen sich dran. Ja, 2 oder 3 sind von schlafenden, alten Männern benutzt, na und? Auch in fast jeder Straße irgendwo ein, zwei Bänke. Selbst direkt vor einem Café noch Bänke für alle. Das war wirklich ne Wonne. 4.) Öffentliche Toiletten waren für uns Unwissende nicht sichtbar, aber keiner hat sich angestellt, wenn man gefragt hat, ob man mal in ihrer Gastronomie pinkeln kann. Nur in Polen, da hatte man es mir mal verwehrt, obwohl ich - wenn meine Erinnerung mich nicht total verlässt - dem Heini hinterm Tresen sogar ein paar Sloti anbot. Naja.... 5.) Der sozialistische Brutalismus hat mich auch begeistert, denn die Architektur hat irgend etwas an sich, weiß auch nicht. Es war das Gemisch von grandiosem Gründerzeitgammel, dem Sozialimusbau und zwischendurch noch den kleinen, alten Häuschen, die es so spannend machten. Wobei die kleinen, alten Häuschen langsam verschwinden. Auf Google Maps sieht man Belgrad nur von 2013/4, und so konnte ich teilweise die Straßenzüge abends auf dem Sofa mit eigenen Fotos vergleichen. Da hatte sich allerlei getan, nicht zum Besten. Aber Belgrad braucht wohl Wohnraum genau wie Berlin und überall. Als wir uns mit Göttergattes Kolleginnen trafen, erzählten die von haarsträubenden Korruptionsfällen in der Stadt, gerade was Immobilien betrifft. Auch das alte Viertel direkt am Sava  Fluß musste dem neuen Belgrad Waterfront Projekt weichen. Dort nun nur noch riesige schickimicki Apartmentgiganten, lange, breite Straßen, wo kaum einer zu Fuß lang gehen wird, und somit ja praktisch tot ist. An einem Regentag haben wir versucht, dort mit dem Bus hinzugelangen. Es war eine Tortour.  Die Donau wird bis auf einen kleinen Abschnitt kaum freizeittechnisch genutzt. Die Flußseite gegenüber der Stadt ist komplett grün und wild, schön klar, aber die Stadtseite, das ist alles noch aus Titos Zeiten, es bröckelt eine alte Pyramidenpromenade so vor sich hin.                      Anyway, für Touris ist die Stadt nicht einfach, weil eben vieles nur auf kyrillisch zu lesen ist. Hat aber Spaß gemacht, die Buchstaben zu entziffern. Am Ende musste immer google herhalten:  per Kamera dann die KI Übersetzung. Tja, der Beruf Übersetzer ist wohl so gut wie in der Tonne.  Zu guter Letzt: in Belgrad wachsen Mohnblumen überall wild, es gibt tolle Friedhöfe und einfach sagenhaft gutes Eis.  So, nun ran an die Wäscheberge. 13:02 Uhr. Over+out

Dienstag, 12. Mai 2026

Beograd

 

Sodele, ein Lebenszeichen wurde gewünscht und das soll auch gleich kommen und zwar aus der Weißen Stadt, das bedeutet Belgrad nämlich. Ja, wir sind in Sibi.. eh Serbien. Long Story. Anyway, nur ein kurzer Report, da tippen am iPad echt nervig ist. Folgendes ist festzustellen, also was ein EU Bürger in 4 Tagen über dieses Volk so im Allgemeinen sagen kann: 

Die Männer sind sehr groß, viele Frauen auch, nur sind die viel hübscher als die Männer.  Es wird sehr viel geraucht, auch in Restaurants, von denen es überall wimmelt und die alle immer voll sind. Ebenso viele Cafés, die gleichzeitig Bars sind. Es gibt viele Popcorn Buden, Wettläden, Kioske und  - Überraschung- haufenweise Buchläden. Außerdem hat hier, wie in Neapel, gefùhlt jeder einen kleinen Hund, aber im Gegensatz zu Neapel sehen wir kaum Haufen auf den Gehwegen, Es gibt halt mehr Parks. Die Busse und Trams sind umsonst- hurra- wobei die Straßenbahnen noch aus Titos Werkstatt stammen. In fast jeder Straße gibt es eine Schönheitsklinik und einen Zahnarzt. 

Als wir am Flughafen ankamen, dem Taxifahrer unsere Airbnb Adresse gaben, schaute der Hüne von Fahrer mich ein dringlich an und fragte ziemlich unfreundlich “Sie beide?” und meinte damit Göttergatte. Ja der fährt mit. “Zur gleichen Adresse?” schaut wieder ungläubig zu Göttergatte (GG) und ich wieder “JA”. Die Serben sind wie die Kroaten tendenziell rassistisch, wir werden hier überall merkwürdig beäugt, aber was soll’s. Der Herr vom Airbnb, Zoran, kam gut gelaunt noch nach 23 Uhr zur Schlüsselübergabe (unser Flug war über ne Stunde verspätet) und brachte uns Essen mit, plus selbst gebackenen Kuchen. So geht es eben auch. Die ersten Čivapčiçis  waren saugeil, aber selbst beim “Inder” in der Nähe gab es nichts Vegetarisches, so dass hier der arme GG noch viele KäseBureks verzehren muss. Sicher würden die Serben am liebsten auch in Blätterteig begraben werden. Darauf einen Rakija. Prost (Žeweli) . 21:37 Uhr, over+out