Freitag, 22. Mai 2026

Die weiße Stadt

 

Sodele  Betty ist zurück in Schlands Hauptstadt. Oh man, da steigt man aus dem Flieger (WizzAir), trabt zum Flughafengebäude in ein enges Treppenhaus, in dem der Fahrstuhl nicht funktioniert, und schleppt 2 Treppen hoch schweres Handgepäck. Frauen mit Kindern und Kinderwagen, alte Leute gucken doof aus der Wäsche. Nee, der Berliner Flughafen boah ey. Hier nun noch einmal zurück in den Balkan, falls die Leserschaft jemals Serbien einen Besuch abstatten will, wobei wir ja das schöne Land garnicht gesehen haben:

In Belgrad hat uns 1.)  natürlich begeistert, dass die Öffis umsonst sind  2.) dass in jeder Straße offene Müllcontainer stehen, die zwar nicht hübsch sind, aber wo jeder seinen Hausmüll reindonnern kann, die dann jede Nacht geleert werden. Das muss man sich mal vorstellen (das Gleiche übrigens in Neapel). Aber Belgrad war dadurch recht sauber, auch wenn in dem Park, wo wir jeden Abend saßen und die vielen Schoßhunde rumtollen sahen, allerlei neben den Müllkästen liegt. Pluspunkt: die Belgrader heben den Schiet ihrer unzähligen Hunde auf, was man von den Neapolitanern nicht behaupten konnte... 3.) Die vielen Bänke überall: genial. Das hatten wir ja schon an Wien geliebt, aber in Belgrad war es wirklich spitze. In dem kleinen Park bei uns allein 40 Bänke! Jung und alt erfreuen sich dran. Ja, 2 oder 3 sind von schlafenden, alten Männern benutzt, na und? Auch in fast jeder Straße irgendwo ein, zwei Bänke. Selbst direkt vor einem Café noch Bänke für alle. Das war wirklich ne Wonne. 4.) Öffentliche Toiletten waren für uns Unwissende nicht sichtbar, aber keiner hat sich angestellt, wenn man gefragt hat, ob man mal in ihrer Gastronomie pinkeln kann. Nur in Polen, da hatte man es mir mal verwehrt, obwohl ich - wenn meine Erinnerung mich nicht total verlässt - dem Heini hinterm Tresen sogar ein paar Sloti anbot. Naja.... 5.) Der sozialistische Brutalismus hat mich auch begeistert, denn die Architektur hat irgend etwas an sich, weiß auch nicht. Es war das Gemisch von grandiosem Gründerzeitgammel, dem Sozialimusbau und zwischendurch noch den kleinen, alten Häuschen, die es so spannend machten. Wobei die kleinen, alten Häuschen langsam verschwinden. Auf Google Maps sieht man Belgrad nur von 2013/4, und so konnte ich teilweise die Straßenzüge abends auf dem Sofa mit eigenen Fotos vergleichen. Da hatte sich allerlei getan, nicht zum Besten. Aber Belgrad braucht wohl Wohnraum genau wie Berlin und überall. Als wir uns mit Göttergattes Kolleginnen trafen, erzählten die von haarsträubenden Korruptionsfällen in der Stadt, gerade was Immobilien betrifft. Auch das alte Viertel direkt am Sava  Fluß musste dem neuen Belgrad Waterfront Projekt weichen. Dort nun nur noch riesige schickimicki Apartmentgiganten, lange, breite Straßen, wo kaum einer zu Fuß lang gehen wird, und somit ja praktisch tot ist. An einem Regentag haben wir versucht, dort mit dem Bus hinzugelangen. Es war eine Tortour.  Die Donau wird bis auf einen kleinen Abschnitt kaum freizeittechnisch genutzt. Die Flußseite gegenüber der Stadt ist komplett grün und wild, schön klar, aber die Stadtseite, das ist alles noch aus Titos Zeiten, es bröckelt eine alte Pyramidenpromenade so vor sich hin.                      Anyway, für Touris ist die Stadt nicht einfach, weil eben vieles nur auf kyrillisch zu lesen ist. Hat aber Spaß gemacht, die Buchstaben zu entziffern. Am Ende musste immer google herhalten:  per Kamera dann die KI Übersetzung. Tja, der Beruf Übersetzer ist wohl so gut wie in der Tonne.  Zu guter Letzt: in Belgrad wachsen Mohnblumen überall wild, es gibt tolle Friedhöfe und einfach sagenhaft gutes Eis.  So, nun ran an die Wäscheberge. 13:02 Uhr. Over+out

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