Apropos Frühling, gerade nahm ich ein altes Buch über Ethik und Moral aus dem Regal (komisch, welche Mächte einen manchmal dazu bringen, gerade DAS Buch herauszuziehen?), was ich noch aus Collegezeiten hatte. Ich schlug ein Kapitel über das Altwerden auf, und las von einem chinesischen Autor einen Text über den Unterschied von Ost und West was die Einstellung zur alten Generation betrifft. In China fragt man zB erst nach dem Namen, aber dann gleich “ Was ist dein glorreiches Alter?” (schön, oder?), und es sind die jungen Leute, die sich dann entschuldigen, dass sie noch nicht sehr alt sind. Ab 51 wird man mit besonderem Respekt behandelt und Bärte sind nur Großvätern vorbehalten. Auch der Gedanke, dass alte Menschen mehr Hilfe brauchen als Kinder, leuchtete ein. Nur ist das Kümmern der Erwachsenen um ihre Kinder ein natürliches Verhalten, während das gute Versorgen der Alten in der Gesellschaft gelehrt werden muss, damit es kulturell als wichtig empfunden wird. Das schlimmste Schicksal, nach chinesischer Auffassung, sei es, ein alter Mensch ohne Kinder zu sein. Trotzdem freut sich der Chinese aufs Altwerden. Tja, davon sind wir hier wohl meilenweit entfernt.
Gestern Abend zappte ich durch die Kanäle, blieb bei Let’s Dance hängen gerade als Simone Thomalla fertig getanzt hatte. Heiliger Bimbam, sie wird glorreiche 60 in ein paar Wochen, hat sich aber derart plastisch verunstalten lassen, dass man nun gar nicht mehr weiß, was da los ist. Ob Cher (78), Madonna (66) , Meg Ryan (63), Demi Moore (62) oder wie sie alle heißen, keine Dame im Rampenlicht hat es bisher geschafft, to age gloriously. Echt öde. Vielleicht hätte ihnen ein längerer China Aufenthalt gut getan. Ich kann ja, wenn nichts mehr geht nach Indien flüchten. Aber jetzt muss erstmal der Müll neben die Tonne gestellt werden. Daumen drücken für Montag. 8 Uhr 9. Over+out.
