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Dienstag, 7. April 2026
Staubwedel und Sieger
Der Vorteil von Einladungen in die eigene Bude ist, dass es Gelegenheit bietet, sein Reich mal wieder eher gründlich als oberflächlich reine zumachen. Das taten wir dann auch gestern zum Osterbrunch bei uns. Da es aber "nur" die großen Kinder waren, die kamen, und die 100pro noch nicht unter dem Syndrom Hausfrauenblick leiden, haben wir uns allerdings auch nicht verausgabt. Tatsächlich gab es noch nicht mal einen selbst gebackenen Kuchen. Asche auf mein Haupt. Faulheit ist ne gemeine Sache. Boah, wenn die sich erstmal einschleift, puh, das bedeutet viel Anstrengung, sich irgendwann wieder am Riemen zu reissen. Wenn ich mir meine Fensterscheiben anschaue, krieg ich 'n Schreikrampf, sprinte dann aber doch nicht gleich zum Wasserhahn, um den Putzeimer zu füllen. Was bedeutet das? Monatelang nehm ich's mir jeden Tag vor, so für ungefähr 7 einhalb Sekunden. Aber dann - Donnerlüttchen- passiert eines Tages ganz plötzlich und von alleine die Wende, und ich greife ohne zu murren zum Squeegy, und runter kommt der Umweltdreck. Hinterher ist die Freude natürlich groß, und man fragt sich, wieso hat man wieder so lange damit gewartet? Prokrastination soll das wohl heißen. ...Das Osterbrunch war jedenfalls gelungen: die erwachsenen Kinder haben lustvoll die versteckten Schokoeier gesucht während Göttergatte und ich HOT HOT HOT, COLD, WARM, HOT HOT HOT schrien. Am Ende wurde nur 1 Ei vermisst, das wir abends beim Gardinezuziehen aber noch vorfanden. Ausserdem schlenderten wir nach der Völlerei zum kleinen Kirmesfest, was sich in unserem Kiez "Britzer Baumblüte" nennt, wegen der vielen Kirschblüten rings herum. 1x Riesenrad gefahren, 5 x im Kreis, 5 Euro. Zusammengequetscht zu fünft in einer Glaskabine war es die Aussicht durchaus wert. Abends dann noch "Wizzard" gespielt, wobei sich auch da wieder dieses wumpe-Gefühl einstellte von wegen 'mir doch wurscht, wenn ich verliere'. Gut, dass die Kinder noch Feuer im Bauch haben und gewinnen wollen. Nur gegen Staub, das wissen alle, da kann keiner gewinnen. 18:48 Uhr. Over+out
Freitag, 16. Januar 2026
Wenn die Sonne scheint...
... sieht man jedes Staubkorn im Haus, mannometer. Ich versteh auch, warum früher alle (Deutschen) neben Vorhängen auch Gardinen vor den Fenstern hatten: so hat die gewissenhafte Hausfrau bei gleißendem Sonnenlicht vermieden, sich über die verstaubten Buchregale -huch!- und den Grauschleier auf den Stehrumchen aufzuregen. Oh man , und die Fensterscheiben im Januar, heiliger Bimbam! Warum kratzt einen (mich!) das überhaupt? Wie sind wir nur konditioniert worden, dass frau sofort zum Swiffer spurtet sobald Krümel und Staubkörner sich unerlaubt überall niederlassen, was ja praktisch 24/7 -365 passiert? Aber nicht nur im Haus, nein, heute machte ich ausnahmsweise bei Sonnenschein einen Gang über den Gutshof Richtung Briefkasten vorbei an einem Gymnasium, wo gerade Schulschluss war. Ja, die Schülermode finde ich auch ZK: alle in Jacken, die aussehen wie Daunendecken auf Beerdigung, nee, schwarz wohin das Auge fällt, aber vor allem alamierend: am ganzen Schulzaun entlang bis hin zum Türkenkiosk befand sich eine Spur von Müll. Pausenmüll, Schulschlußmüll. Snackmüll. Einfach ZK. Sowieso in Neukölln, egal wohin ich blicke MÜLL MÜLL MÜLL. Und dazu nun der schwarze Rollsplit (der natürlich erst verteilt wurde, als das Eis schon schmolz, vielen Dank) und nach der Schneeschmelze noch überall matschige, olle Silvesterknaller. Ach der Januar, welch Augendrama, welche trübe Brühe. Manche Menschen kriegen ja n Putzfimmel, wenn sie 'n Depri haben, ich lass da eher die Rollos runter, um dem Staubteufel zu entkommen, futter Käsebrote und schau Serienkitsch, aber erst nach leichter Swifferbetätigung. 17:25 Uhr. Over+out
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