Typisch Mensch: Sehen und Urteilen. Also, Sonntag begaben wir uns auf die 4- stündige Reise von Berlin nach Warnemünde, um endlich mal wieder Meeresluft zu schnuppern. Wir hatten keine Ahnung, dass gerade Hanse Sail war, aber egal. Endlich mit Sand unter den Füßen und Fernglas an die Augen gepresst verfolgten wir das Ein-und Auslaufen der vielen Schiffe und Boote. Und was sahen meine trüben Augen da auf dieser Fähre nach Gedser, Dänemark? Einen riesigen Schornstein (click on pic for zoom). Heiliger Bimbam, was für ein Schiff hat denn so was? Stand da nicht hybrid an der Seite? Und egal, wie weit diese Fähre dem Horizont entgegen schipperte, wir sahen dieses weiße Turmmonster in die Höhe ragen. Das kann doch nicht wahr sein, dachte diese Menschin da in ihrem Liegestuhl an einer Rhabarberschorle nuckelnd. Leider war es gestern so verdammt kalt-windig, dass wir es nur 3 Stunden an der See aushielten (Jacken vergessen). Heute nun musste ich "hoher Schornstein auf Scandlines Fähre" googeln, und wurde belehrt. ACH SO: ein Rotor soll das sein ! WOW " Flettner-Rotor ist ein rotierender Zylinder, der den Magnus-Effekt ausnutzt, um Vortrieb zu erzeugen" Eine Art Segel, das den Wind nutzt, um das Boot voran zu bringen. Roger that ! Tja, people, live and learn. Nächstes Mal nehme ich diese Fähre, und schau, ob es in Gedser noch Bobtails zu kaufen gibt. Dort hatte nämlich anno pi mal Dauen 1972 meine Ma plus Stiefpops unseren ersten Hund nach einem Segelturn entdeckt und mit nach Bremen gebracht, einen super süßen Old English Sheepdog Welpen, den wir Pole (nach Pole Poppenspäler) nannten. Da schliesst sich der Kreis der Ahnunglosen. Ahoi! 21:30 Uhr. over+out
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Montag, 11. August 2025
Montag, 12. Mai 2025
Jetzt bitte etwas Grau
Ich hab oft gedacht ' in Kalifornien könnte ich nicht leben, da scheint immer die Sonne'. Zu viel gute Laune. Als Norddeutscher braucht man nun mal seine gemütliche Grauzone, also wolkige Tage durchaus mal mit Regen, Couchtage. Scheinbar ist Berlin/Brandenburg das neue Kalifornien. Hier hat es seit dem 13.Februar, an dem Tag hatte es viel geschneit, nur gerade 2x nennenswert geregnet: am 30.3. und am 18.4. Ansonsten so gut wie nur blauer Himmel und Wind. Viel Wind. Und das scheint mir seit ein paar Jahren the new normal... Da uns Boomern als Kind eingetrichtert wurde, bei jedem noch so nebligen Sonnenstrahl ja an die frische Luft zu gehen (raus mit euch!), ist klar, dass Sonne bedeutet: RAUS! Dazu hat man aber nun mal nicht immer Lust, vor allem wenn man in dieser verlausten Hauptstadt lebt. Wir sind schliesslich nicht mehr 6 und laufen begeistert zum nächsten Spielplatz, treffen uns zum Gummitwist, Hulahupp oder johlen entlang Strassenbahnschienen, wo wir Pfennige zum Plattwalzen reinlegen. Schön war es, aber dieser Druck rauszumüssen, boah, jetzt will ich nicht mehr dauernd in Parks rumlungern, mit Hipstern , IT-Normaden oder einsamen Oldies in Cafés hocken, auf vollgekackten Gehwegen spazieren oder in einen Regio steigen, der auf der Rückfahrt wieder gestrichen wird. Ausserdem brauchen die Bauern und Bäume dringend das Nass von oben, manno, aber die Regenradar Appp verspricht weiterhin nichts Gutes. Der Mensch lebt nicht von Kaviar und Champus (Sonne) allein, Leberwurstbrote und REGEN brauchen wir. Apropos raus: die 2 Graupapageien vom 1.Stock stehen seit 5 Tagen 10 Stunden lang draussen auf dem Balkon und flöten so laut, dass ich nur zu gerne flüchten und RAUS gehen würde, aber die ätzenden Halsschmerzen scheinen es sich in meinem Rachen richtig gemütlich gemacht zu haben, zum Mäusemelken ist das. Wenn es jetzt schön regnen würde, könnte ich ohne schlechtes Gewissen im Bett des Hinterzimmers alle Folgen von "Der Doktor und da liebe Vieh" schauen. 10:45 Uhr. Over+Out
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