Nach 6 Tagen Wien sei abschließend Folgendes festzustellen: Wiener Kaffee scheint so stark zu sein, dass Herzkasper droht, denn in der ganzen Stadt sind Defibrilatoren verteilt bzw. überall sah ich Schilder, wo die nächste Aufwachmaschine hängt. Zu beachten war, dass in Wien die Einbahnstraßenregelung vorherrscht, weshalb der Laie auch nie weiss , wo die Bushaltestelle in die andere Richtung liegt. Auf der Suche dorthin kann der Nicht- Wiener die outdoor Holzbuchten, statt Parkplätzen, vor Cafés oder Restaurants bestaunen. Great urban idea. Und es liegen zwei verschiedene Umsonstnachrichtenblätter in Metallbehältern an Kreuzungen aus. Praktisch. Auch gibt es viele Hundeparks, dafür aber kaum Bettler oder Obdachlose wie man sie zu Hunderten in Berlin findet. Der soziale Wohnungsbau scheint komplett in der Hand der “Gemeinde Wien” zu liegen, die einzigen Wohnhäuser der 50er Jahre sind so betitelt. Waren das Bombenlücken? Wien scheint ja ansonsten ohne Kriegsschäden davon gekommen zu sein, zu aller Freude. Hier ist der Ausdruck “Old World Charme” auf jeden Fall kein Klischee. Ansonsten fiel uns auf, dass, wie in München, der öffentliche Nahverkehr auch von Gutbetuchten genutzt wird . Die sucht man in Berlin und Bremen vergeblich. Wo wir noch punkten sind unsere sehr guten Bäckereien, die gibt es sogar in Wien nicht. Eine Backkette nennt sich “Der Mann, der verwöhnt “, hat 3 Tage gedauert, bis ich kapiert hatte, dass es sich nicht um einen Herrenausstatter oder Pfeiffenladen handelt. Bei der Kette “Anker” genossen wir am Ende aber noch den heißesten und preiswertesten “Verlängerten”, um uns für das ‘Wien 1900’ im Leopold Museum zu stärken. Es gab nichts zu meckern. Und wer vintage Mode liebt, für den ist Wien sicherlich ein Mekka. Für mich sind die wunderschönen Portale und kleine Läden Schilder ein Grund wiederzukommen, denn der ganze Sisikram ist ja nun abgehakt. 10:07 Uhr im ICE28, over+out.
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Sonntag, 9. März 2025
Mittwoch, 5. März 2025
Wien 2 und 3
Servus. Wenn Kaiser reisen… eh, nee …Kaiserwetter für uns in Vienna. Was gibt es für den gemeinen Germanen zu beobachten im Land der “Verlängerten” und “Großen Braunen”? Nein, Riesen gibt es hier keine, dafür viel zu kleine Kaffeetassen mit einer saustarken Brühe, lecker erst durch viel Sahne, die das Heißgetränk sofort erkalten lässt, außerdem fast 5 Euro kostet. Ist Würstel, denn dafür sitzt man schließlich in den gemütlichsten Etablissments mit richtigen grantigen Kellnern in schwarz-weiß. Ihren bekannten Wiener Charme scheinen sie nicht an schlecht gekleideten Preußen zu verschwenden, Alles in allem aber tiptop. Top sind auch die meisten Klingelschilder der gigantisch schönen 5-stöckigen Wohnhäuser, an denen wir vorbei schlendern. Die Wiener legen keinen Wert darauf, dass jeder Hansi und Franzl sehen kann, in welcher Traumstraße sie hausen. Not a bad idea. Auch kann der Wiener sich in der ganzen Stadt an allen möglichen Orten auf tollen Sitzbänken ausruhen. Davon kann die deutsche Omi nur träumen. Ebenso sind Wiener Radlfahrer in einer sehr guten Lage, denn jede größere “Gasse” (klein sind die nur bei uns) hat einen extra abgetrennten Radweg, der in beide Richtungen befahren werden kann. Das macht es für Flaneure nicht gerade einfach, denn es donnern ausserdem etliche Trams in allen Richtungen durch die Straßen, sodass man höllisch Obacht geben muss, nicht zermalmt zu werden. Man gewöhnt sich dran. Wie in jeder königlich-kaiserlichen Stadt läuft man sich natürlich einen Wolf insofern springt man nur zu gerne mit seinem 7-Tage Vienna Ticket in irgendeine Straßenbahn, lässt sich treiben. Die Trams sind klein, nicht viel Sitze, aber sind gut gelaunt rot-gelb im Inneren. Weiterhin ist anzumerken, dass es verglichen mit Berlin oder Bremen doch recht wenige Grünflächen gibt; Bebauung ist sehr dicht. Gestern wollten wir daher im Burggarten die Sonne genießen, machten dann allerdings, wie viele andere Ahnungslose, den Fehler, nicht vor 18 Uhr die kaiserliche Oase zu verlassen. Bis auf 1 Ausgang neben dem Palmenhaus wurden alle Ausgänge verschlossen und sogar Wege versperrt. Betty was not amused. Naja live and learn. Beeindruckt hat uns auch der Prater, der herrlich ungewöhnliche Fahrgeschäfte hat, richtig urig. Aber für mich war natürlich der Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek das bisherige Highlight!! Ein Paradies in Walnussholz aus dem 18.Jahrdundert. So, Tag 4 bricht an, der besonders knusprige Toast und die besonders leckere Johannisbeermarmelade warten auf uns im Frühstückskellerraum. 7 Uhr 56. Over+out.
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