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Sonntag, 16. März 2025

Pest und Profite

 

Na, es war zu erwarten: die erste Ratte wurde gestern beim Müllcontainer gesichtet. Verflixte Kiste. Wir leben nun seit 9 Jahren in dieser Ecke, und weißGott gibt es reichlich Ratten in der Stadt, aber tatsächlich war es gestern, dass 1.Mal, dass ich eine bei uns auf dem Gelände gesehen hab. Vielen Dank, Berliner Müllmänner. Die Busfahrer wollen 750 Euro mehr im Monat, die Müllmänner, wenn ich richtig zugehört hab, 350 Euro mehr, alle wollen mehr. Wenn man keine neue Pestwelle will, müssten die Herrschaften schnellstens befriedigt werden. 
            Apropos PEST. In Wien gibt es in der Innenstadt eine sogenannte PESTsäule. eine rieisge Skulptur, die an die Pest von 1679 erinnern soll; im ersten Moment denkt man 'ach noch ein Königsdenkmal', aber bei genauem Hinschauen, erkennt man die sich verrenkenden, sterbenden Gestalten. Am Tag unserer Ankunft in Wien gab es ja nicht nur eine Bombendrohung am Hauptbahnhof, ein Lastenfahrer war in die Pestsäule reingedonnert, hat aber nur den schmiedeeisernen Zaun rundherum niedergerissen. Während der Corona Pandemie sollen die Wiener an diese 21m hohe Skulptur getreten sein, um dort ihre Bittschreiben niederzulegen. Wäre wohl an der Zeit eine Coronasäule anzulegen. HEUTE vor genau 5 Jahren war der letzte Tag vor der Pandemie-Schliessung...eh dem lock-down von allen Läden, Schulen etc, an dem ich es noch schaffte, für meine Bremer Wohnung beim Vodafonladen einen Internetanschluss zu ergattern. WOW! Kurz darauf an einem Sonntag um 11 Uhr wurden wir an der Vahrer Strassenbahnhaltestelle stehend ("Berliner Freiheit" :-)  von einem Polizisten zu einem Bußgeld von 75 Euro (pro Person!) verdonnert, weil wir keine Masken trugen. Achja, good times!         Apropos good times. In den Nachrichten wurde gestern verkündet, dass BMW einen Profitrückgang von 9 Milliarden zu verzeichnen hat. Solche Nachrichten kotzen mich an, weil sie uns rein gar nichts sagen. Weniger zu haben als vorher ist nie lustig, aber wieviel Milliarden diese Autoheinis immer noch verdienen, sagen uns die Nachrichten leider nicht.  BMW machte immer noch fast 8 Milliarden Euro Profite unterm Strich, VW über 12 Milliarden.  Let the good times roll ! Während sich Otto Normalo keine Mieten mehr leisten kann. denn auch Berlin ist ja mittlerweile fast so teuer wie München. Eine Pest ist das, auch ohne Ratten.... Die Sonne lacht, wo ist mein Kaffee? 9 Uhr. Over+out.

Freitag, 7. März 2025

Wien 4

 

So, Tag 4 hat über Wien  ebenso die Sonne blitzen lassen wie über Berlin, Bremen und Paris, also Neid überflüssig. Da der viele Prunk an jeder Ecke, und nach Durchschreiten 10 Prunksäalen im Albertina Museum, mir slowly auf den Geist ging, war es Zeit für die Natur. Auf Empfehlung einen Abstecher ins Schmetterlingshaus, wo riesige Blau-schwarze Falter uä. im Dschungelgewächshaus umher schwirrten. Dann in den Norden zur Donauküste mit der D Tram:  die fuhr nach Nussdorf vorbei am Heizkraftwerk, das durch Hundertwasser- Zierde verschönert worden war. Die 2 Hundertwasser Häuser in der Leopoldstadt waren bereits abgehakt. An der breiten Donau war Käptn Otto Gasthof ( eine aufgepeppte Baracke) geschlossen, dafür konnten wir aber bei “Donau Fritzi” in der Sonne sitzen, direkt unter riesigen AutobahnPfeilern. Herrlich. In die andere Richtung ging es zum Schloss Belvedere, hübsche Parkanlage am Abhang, mehr Prunk im Inneren wollten wir nicht ertragen. Im vorher ausgesuchten Café Schwarzenberg war mir dann der “große Brauner” = kleine Tasse Kaffee für über 6 Euro doch ne Nummer zu unverschämt - schicke Ledersessel hin oder her - sodass wir das Lokal verließen. Zum verdutzten Kellner erklärte ich “ das können wir uns nicht leisten” Hahahaha. Irgendwann ist mal Schluss mit lustig. Wie sich hier die riesige Scharr junger Studenten, die um die Uni herum auch zahlreich in Schickimicki Cafés bei Aperol Spritz und Einspännern sitzen, leisten können ist uns ein Rätsel. Heute wird es jedenfalls preiswerter. Besuch der Hauptbücherei am Gürtel :-) und Tramfahrt zum Secondhandkaufhaus. Morgen vielleicht Abstecher nach Bratislava. Das Wiener Schnitzel muss evtl. auch ausgelassen werden und billiger in Berlin verzehrt werden. So, 9:45 Uhr, packen m’as. Over+out.

Mittwoch, 5. März 2025

Wien 2 und 3

 

Servus. Wenn Kaiser reisen… eh, nee …Kaiserwetter für uns in Vienna. Was gibt es für den gemeinen Germanen zu beobachten im Land der “Verlängerten” und “Großen Braunen”? Nein, Riesen gibt es hier keine, dafür viel zu kleine Kaffeetassen mit einer saustarken Brühe, lecker erst durch viel Sahne, die das Heißgetränk sofort erkalten lässt, außerdem fast 5 Euro kostet. Ist Würstel, denn dafür sitzt man schließlich in den gemütlichsten Etablissments mit richtigen grantigen Kellnern in schwarz-weiß. Ihren bekannten Wiener Charme scheinen sie nicht an schlecht gekleideten Preußen zu verschwenden, Alles in allem aber tiptop. Top sind auch die meisten Klingelschilder der gigantisch schönen 5-stöckigen Wohnhäuser, an denen wir vorbei schlendern. Die Wiener legen keinen Wert darauf, dass jeder Hansi und Franzl sehen kann, in welcher  Traumstraße sie hausen.  Not a bad idea.  Auch kann der Wiener sich in der ganzen Stadt an allen möglichen Orten auf tollen Sitzbänken ausruhen. Davon kann die deutsche Omi nur träumen. Ebenso sind Wiener Radlfahrer in einer sehr guten Lage, denn jede größere “Gasse” (klein sind die nur bei uns) hat einen extra abgetrennten Radweg, der in beide Richtungen befahren werden kann. Das macht es für Flaneure nicht gerade einfach, denn es donnern ausserdem etliche Trams in allen Richtungen durch die Straßen, sodass man höllisch Obacht geben muss, nicht zermalmt zu werden. Man gewöhnt sich dran. Wie in jeder königlich-kaiserlichen Stadt läuft man sich natürlich einen Wolf insofern springt man nur zu gerne mit seinem 7-Tage Vienna Ticket in irgendeine Straßenbahn, lässt sich treiben. Die Trams sind klein, nicht viel Sitze, aber sind gut gelaunt rot-gelb im Inneren. Weiterhin ist anzumerken, dass es verglichen mit Berlin oder Bremen doch recht wenige Grünflächen gibt; Bebauung ist sehr dicht. Gestern wollten wir daher im Burggarten die Sonne genießen, machten dann allerdings, wie viele andere Ahnungslose, den Fehler, nicht vor 18 Uhr die kaiserliche Oase zu verlassen. Bis auf 1 Ausgang neben dem Palmenhaus wurden alle Ausgänge verschlossen und sogar Wege versperrt. Betty was not amused. Naja live and learn. Beeindruckt hat uns auch der Prater, der herrlich ungewöhnliche Fahrgeschäfte hat, richtig urig. Aber für mich war natürlich der Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek das bisherige Highlight!! Ein Paradies in Walnussholz aus dem 18.Jahrdundert. So, Tag 4 bricht an, der besonders knusprige Toast und die besonders leckere Johannisbeermarmelade warten auf uns im Frühstückskellerraum. 7 Uhr 56. Over+out.

Montag, 3. März 2025

Wien 1

 

Servus. Heute nun 8 Stunden im ICE 93 bei laufender Spotify Musik, 70er daily mix, in den wolkenlosen Himmel gestarrt der voller Zickzackspuren der Überflieger war. Ziemlich überfüllt durch Bayern geruckelt. Dann nach Linz auf einmal Getuschel: Bombenalarm im Wiener Hauptbahnhof. Oha, aber alles Roger, wir hielten kaum verspätet am  Westbahnhof, von dort in die Pensione mit der Tram, als es dann leider schon recht dunkel wurde. Aber es war klar: Wien ist auch im untouristischen geil. Überall die schönsten Altbauten und ein Einzelhandel, von dem man in Germania nur so träumen mag.  Unser Hotel Baronesse in der Josefstadt noch mit uraltem Schmiedeeisernen cum Sitzbank = Fahrstuhl. Zimmereinrichtung ála Kaiserin Sissi oder so ähnlich. Also es wird n hartes Brot, in 7 Tagen das Schönste vom Schönsten rauszusuchen, denn allein unser Kiez ist interessant genug auch ohne Schlösser, und nach Bratislava wollen wir auch noch, just an hour away. Sodele, die Matratze ruft, der kleine Kühlschrank heult, Zeit für Night Night. 21:38 Uhr. Over+out.

Freitag, 21. Februar 2025

Mattscheiben


 So, es war klar wie Kloßbrühe: GNTM war zum nicht aushalten.  Das Dauergeschwafel der Kandidatinnen, boah, Heidi, das ist Grusel pur. Also erst wieder zur Umstyling Sendung einschalten.... Die letzte Laberrunde mit den Vertretern aller Parteien haben wir dann verpasst, weil die britische Serie "Unforgotten" Staffel 2 gestreamt wurde. Dass die Medien ständig die "Prognosen"/ Umfrageergebnisse wiederholen ist eigentlich ein Skandal, weil viele Wähler sich sagen "Wat schert mi dat? Brauch ich dann ja garnich mehr hinzudackeln". In Indien sind zB solche Voraussagen verboten (was allerdings keinen davon abhält, die Wahlergebnisse zu fälschen, korrupt zu beeinflussen etc). In den USA sollten ja auch nicht die Wahlergebnisse in den Umlauf kommen, bevor nicht die Wahllokale an der Westküste geschlossen haben.  Sollte, sollte, Fahrradwolke... eh....  Heute früh im Morgenmagazin dann doch noch mal alle Kandidaten im Kurzgespräch, wobei die Dunja Hajali derartig frech mit Habeck umging, das ist nun wirklich zum Kotzen. So respektlos brachte sie immer wieder ihren persönlichen Missmut zum Ausdruck, das war so was von unprofessionell. Ich will nicht wissen, was die olle Tusnelda über Habecks Politik denkt. Auf ihrem Insta account wird sie jedenfalls heftigst beleidigt, versteht jetzt auch warum.  Im ÖffRF erwartet man halt Neutralität von Journalisten. Es wird immer mehr American style " TV news entertainment". Im Erwachsenenkolleg vor 35 Jahren nannte uns eine Deutschlehrerin mal "Meinungsstark und Wissensschwach" hahahah, so true, und diese Attribute haben sich schon lange global durchgesetzt.             

Ansonsten komm ich mir in diesem Winter vor, wie Sigourney Weaver im Krimi "Copycat" (1995), als sie nicht mehr aus dem Haus geht, und dauernd die Flimmerkiste läuft. Sie hatte Agoraphobie, ich nur ein lediertes Knie, draussen die Saukälte, übervolle oder nicht fahrende Busse (Glückwunsch, Verdi, zur Streikausweitung in den Westen). Abgeschwächtes Berliner Kulturinteresse lässt mich vor der Glotze versauern. Im März wird sich das ändern, da geht es nach Wien, Bayern und danach auch nach Bremen und Hamburg. Wenn das kein Plan ist.

Heiliger Bimbam schon 14 :05 Uhr, over+out.