Tja, wer wird in Zukunft Stein auf Stein legen, Toilettenschüsseln einbauen, Rohre verlegen, Gerüstbau betreiben, Fenster einsetzen, Dachziegel legen, Schornsteine reinigen, wenn alle lieber am Computer sitzen, und sich das Mittagessen per Fahrradsklave liefern lassen? Da fällt mir ein, auch nach 50/ 60 Jahren Frauenemanzipation hab' ich jedenfalls noch nie eine Frau auf einer Baustelle gesehen. Deutsche Maurer auch schon ewig nicht mehr. Damals wurde noch gerne Bier bei der Arbeit gesüffelt. Good ol' days. Hahahah! So! 17:30 Uhr Neuzeit. Over+Out.
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Montag, 31. März 2025
Kerle
Heute Morgen Gardinen zur Seite und Monsterkran vor der Nase. The mother of all Kräne, man oh man ! Das Ungetüm kam, um den alten Kran abzubauen. Da war was los. Hab den halben Tag mit filmen zugebracht. Das ist spannender als ein movie set. Einfach faszinierend, was Kerle mit den richtigen Maschinen alles in ein paar Stunden zerlegen können. Whoa! Der neue Kran fuhr auf Domhöhe aus (62 m, ich hab gefragt), während auf dem Alten (im Hintergrund) zwei Typen die Oberteile auseinander schraubten. Schutzhelme trägt auf dieser Baustelle keiner; am Ende sah ich die Akrobaten der Lüfte aber doch noch anseilen. Jedenfalls baumelten die abgetragenen Betongewichte und Stahlrohre verdächtig nah an unserem Balkon vorbei. Doch diese Kerle wissen was sie tun. Zwischendurch donnerten x-LKWS über unsere Kopfsteinpflaster-Sackgasse, die schon lange kein Sack mehr ist, um peu a peu alle Teile abzuholen. Auch beim Aufladen saß jeder Handgriff, das konnte der Laie von oben genau sehen:-) Festzustellen nach bisheriger- circa 18-monatiger-- Tätigkeit als Baustellenbeobachterin: die Deutschen sind fürs Genaue, die osteuropäischen Arbeiter eher für's Grobe zugeteilt. Sie zersägen zB die großen Sand-oder Backsteine für´s 2.Haus, tragen dabei weder Ohren, Augen-oder Mundschutz, während ihnen der Feinstaub um die Nase fliegt. Oh well....Die Deutschen lassen um Punkt 16 Uhr den Hammer fallen, die Balkanesen, Slaven etc malochen bis 18 Uhr und samstags halben Tag, wobei alle um halb 7 in der Früh antreten. Geraucht wird viel, gewitzelt ebenso. Pausen um genau 9 Uhr und mittags noch mal, da sieht man sie zu Norma traben. Ab und an kommt mal ein jungscher Architekt mit BioRegenjacke und designer Rucksack auf dem Rennrad angedüst (die Holzfertigbaukonstruktion soll ein Projekt der TU Braunschweig sein) , da sieht man dann, welche Welten diese Berufsgruppen der Blaupausenzeichner und Handwerker trennen. Oha Oha.
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