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Mittwoch, 21. Mai 2025

60 ist das neue 40, oder eben auch nicht

 

Nachdem ich mich seit über 2 Wochen mit einem fiesen Halsinfekt rumplage (der gerade dann wieder nervt, wenn ich denke 'nun is' Schluss') soll heute  gebührend Göttergattes 60.Geburtstag gefeiert werden. Auch wenn er ins Büro musste, denn per indischem Dokument wird er nun mal erst nächstes Jahr im Juli 60. Sein Vater hat ihn bei der Einschulung ein Jahr jünger gemacht, Geburtsurkunden gab´s nun mal nicht auf dem Dorf, war damals so. Also ist nix mit Kollegen feiern. Wir heute nett im kleinen Kreis. In der Früh gab es den traditionellen Gabentisch, logo, sein alter Delhi Kumpel, der in Australien lebt, hat ihm 2 kleine Fässer Bier zukommen lassen. Heiliger Bimbam, wer soll das alles trinken- Heineken hin oder her? Tja, 60 ist schon ne Nummer, da fängt die Karosserie an zu nerven, auch wenn der Motor denkt, er sei 25. Aber zurück auf "START", nee, das dann auch nicht. Göttergatte will aber 100 werden. Ohne mich. Schaumamal. Das ist das Üble am ansonsten so schönen, gemeinsamen Altwerden, einer hüpft halt früher in die Kiste, und den Anderen altern zu sehen ist auch nicht das Wunderbarste, ich hab da schon etwas Mitleid, aber ist eben Teil des Spiels des Lebens. 

Montag, 31. März 2025

Kerle

 Heute Morgen Gardinen zur Seite und Monsterkran vor der Nase. The mother of all Kräne, man oh man ! Das Ungetüm kam, um den alten Kran abzubauen. Da war was los. Hab den halben Tag mit filmen zugebracht. Das ist spannender als ein movie set. Einfach faszinierend, was Kerle mit den richtigen Maschinen alles in ein paar Stunden zerlegen können. Whoa!  Der neue Kran fuhr auf Domhöhe aus (62 m, ich hab gefragt), während auf dem Alten (im Hintergrund) zwei Typen die Oberteile auseinander schraubten. Schutzhelme trägt auf dieser Baustelle keiner;  am Ende sah ich die Akrobaten der Lüfte aber doch noch anseilen. Jedenfalls baumelten die abgetragenen Betongewichte und Stahlrohre verdächtig nah an unserem Balkon vorbei. Doch diese Kerle wissen was sie tun. Zwischendurch donnerten x-LKWS über unsere Kopfsteinpflaster-Sackgasse, die schon lange kein Sack mehr ist, um peu a peu alle Teile abzuholen. Auch beim Aufladen saß jeder Handgriff, das konnte der Laie von oben genau sehen:-)  Festzustellen nach bisheriger- circa 18-monatiger-- Tätigkeit als Baustellenbeobachterin: die Deutschen sind fürs Genaue, die osteuropäischen Arbeiter eher für's Grobe zugeteilt. Sie zersägen zB die großen Sand-oder Backsteine für´s 2.Haus, tragen dabei weder Ohren, Augen-oder Mundschutz, während ihnen der Feinstaub um die Nase fliegt. Oh well....Die Deutschen lassen um Punkt 16 Uhr den Hammer fallen, die Balkanesen, Slaven etc malochen bis 18 Uhr und samstags halben Tag, wobei alle um halb 7 in der Früh antreten. Geraucht wird viel, gewitzelt ebenso. Pausen um genau 9 Uhr und mittags noch mal, da sieht man sie zu Norma traben. Ab und an kommt mal ein jungscher Architekt mit BioRegenjacke und designer Rucksack auf dem Rennrad angedüst (die Holzfertigbaukonstruktion soll ein Projekt der TU Braunschweig sein) , da sieht man dann, welche Welten diese Berufsgruppen der Blaupausenzeichner und Handwerker trennen. Oha Oha.


Tja, wer wird in Zukunft Stein auf Stein legen, Toilettenschüsseln einbauen, Rohre verlegen, Gerüstbau betreiben, Fenster einsetzen, Dachziegel legen, Schornsteine reinigen, wenn alle lieber am Computer sitzen, und sich das Mittagessen per Fahrradsklave liefern lassen?  Da fällt mir ein, auch nach 50/ 60 Jahren Frauenemanzipation hab' ich jedenfalls noch nie eine Frau auf einer Baustelle gesehen. Deutsche Maurer auch schon ewig nicht mehr. Damals wurde noch gerne Bier bei der Arbeit gesüffelt. Good ol' days. Hahahah! So! 17:30 Uhr Neuzeit. Over+Out.